Fiedler: „Vier Jahre für nix!“
Den Kopf hält er gesenkt, er fühlt sich leer: Eben hat Jörg Fiedler noch die Hoffnung gehabt, nach einem Ticket zu den Olympischen Sommerspielen in Peking greifen zu können, doch dieser Traum ist vorläufig zu Ende geträumt. Den 55. Heidenheimer Pokal verlässt der Tauberbischofsheimer Degenfechter als 22. im Gesamtklassement. Das Gefecht im Tableau von 32 auf 16 gegen den Italiener Martinelli brachte das Aus.
Jörg Fiedler wäre der einzige deutsche Degenfechter gewesen, der sich noch direkt über die Weltrangliste für Peking hätte qualifizieren können. „Ich habe vier Jahre gearbeitet, vier Jahre lang die Hoffnung nie aufgegeben und das Ergebnis ist nix!“, bringt der Tauberbischofsheimer Degenspezialist die Situation auf den Punkt und ärgert sich vor allem über sich selbst.
Francesco Martinelli ist ein Gegner, der ihm nicht liegt. Zweimal hatte er schon gegen den Italiener verloren. „Solche Dinge wollte ich heute nicht zu tief in meinen Kopf lassen und das ist mir auch gelungen.“, so der gebürtige Leipziger. Er habe heute einfach zu schlecht gefochten, resümierte er rund eine Stunde nach seiner Niederlage: „Ich war zu schlecht, bin nur hinterher gerannt und war mit meiner Leistung nicht zufrieden.“
Martinelli hat an diesem Tag den besseren Lauf. Erst im Finale wird er vom Ungarn Geza Imre gestoppt. Nach nur vier Minuten Gefechtszeit und einem 15:14 schreibt er sich als erster Ungar seit 1982 auf die Ehrentafeln in der Heidenheimer Karl-Rau Halle.
Der erste Teil der Olympia-Qualifikation geht mit dem Heidenheimer Pokal zu Ende. Die letzte Möglichkeit für einen deutschen Degenfechter besteht nun am 26. April in Prag bei der Kontinental-Qualifikation. Einen Fechter darf der Deutsche Fechter-Bund in die Tschechische Republik entsenden. Ob Fiedler derjenige sein wird oder dessen Mannschaftskamerad Sven Schmid, ist noch offen. Schmid, bester Deutscher, war in Heidenheim eine Runde weiter gekommen als Fiedler und beendete das Turnier auf Platz 13.




