Olympia-Reflektionen: Sylvia Henn
„91 000 begeisterte Zuschauer – und du stehst mittendrin!“ Sylvia Henn, Physiotherapeutin im DFB, teilte in Peking das Zimmer mit Britta Heidemann.
Sylvia Henn /Tauberbischofsheim) ist für den DFB bei vielen Wettkämpfen unterwegs und pflegt einen sehr engen Kontakt zu den Ahtleten.
Bei den Olympischen Spielen war sie vornehmlich für die Delegation des Deutschen Fechter-Bundes berufen. Daneben gehörte sie aber auch dem medizinischen Team des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit Zusatzaufgaben an. „Vor Ort habe ich zum Beispiel auch die Hockeydamen mit betreut,“ erklärt sie dazu. Wenn sie zu den Auserwählten in diesem speziellen Bereich gehörte, dann sieht sie darin eine Anerkennung, die sich auf ihre persönliche berufliche Qualifikation bezieht.
Vor sieben Jahren begann ihr beruflicher Werdegang so richtig, das aber nicht irgendwo in Deutschland, nein, sie arbeitete in Singapur. „Dort hat meine Leidenschaft für Asien begonnen“. Sie saß dort eines Abends am Fernsehgerät und erfuhr in den Nachrichten, dass die Olympischen Spiele für das Jahr 2008 an die chinesische Hauptstadt Peking vergeben worden waren.
Ein wagemutiger Gedanke schoss ihr durch den Kopf. "Da will ich hin", dachte Sylvia Henn in diesem Augenblick Ihr Wunsch wurde erfüllt.
Sie hat die Spiele dieses Jahres im Reich der Mitte als Physiotherapeutin miterlebt, teilte das Zimmer im olympischen Dorf mit der Degen-Goldmedaillengewinnerin Britta Heidemann und kommt in ihrer Bilanz dieser erlebten Wochen zu dem Schluss: „Es war einmalig, das kann man nirgendwo anders erleben."
Vor allem in der Zeit der Fechtwettbewerbe waren die Tage ausgefüllt mit einer Menge Arbeit: „Morgens stand die Trainingsbetreuung auf dem Programm, dann folgten die Medaillenkämpfe in der Halle, alles, was anfällt, musste natürlich gemacht werden. Das ging leicht bis abends um 23 Uhr und wurde meistens von Hektik begleitet. Ein besonderer Spagat war auf jeden Fall, die Athletinnen und Athleten aus fünf Disziplinen mit unterschiedlichen Trainingszeiten zu betreuen, von denen alle ihre Eigenarten und speziellen Ansprüche haben. Jeder Einzelne fühlt sich da selbstverständlich als der Wichtigste, das bringt eine Menge Stress, weil man allen gerecht werden will.“
Als die erwartete Arbeit von ihr getan war, galt es, die Stadt und die Umgebung kennenzulernen. Mit ihrer Zimmerkollegin im olympischen Dorf – „das war vom Allerfeinsten!“ – hatte sie genau die richtige „Fremdenführerin“, denn Britta Heidemann kennt sich dort aus, spricht in diesem Zusammenhang schon mal von ihrer zweiten Heimat. „Ob Mauer oder Platz des Himmlischen Friedens, sie hat mir ‚ihr Peking’ gezeigt, alle wichtigen Punkte und Sehenswürdigkeiten.“ Und die Degen-Olympiasiegerin sei sofort überall erkannt worden, „das war ungeheuer beeindruckend“. Wie überhaupt das Zusammentreffen mit vielen großen Sportlern, „denn 14 Tage lang gab es nur Mensa, olympisches Dorf und Fechthalle“. Zudem stand sie zeitweise in der DOSB-Zentrale zur Verfügung. Aber die erinnerungsträchtigen, hautnahen Begegnungen bleiben: „Mal mit Dirk Nowitzki zusammen Burger essen.“
Trotzdem gilt auch für Sylvia Henn die klare Aussage, dass „nach den Olympischen Spielen“ gleichzeitig „vor den Olympischen Spielen“ ist.





