Leonie Ebert ist neue Europameisterin


Florettfechterin Ebert holt Gold und Titel bei den Europameisterschaften in Antalya

Am ersten Tag der Fecht-EM im türkischen Antalya krönt sich Florettfechterin Leonie Ebert mit der Goldmedaille! In einem spannenden Finale gegen Arianna Errigo (Italien) gewinnt die 22-Jährige überragend mit 15:11. Teamkollegin Anne Sauer holt einen starken Platz Fünf. Die Säbel-Herren des Deutschen Fechter-Bundes bleiben ohne Medaille - Matyas Szabo wird als bester Deutscher EM-Neunter, Frederic Kindler mit Platz 10.

Leonie Ebert war heute nicht aufzuhalten: Nach perfekter Vorrunde an Platz eins gesetzt, konnte ihr keine ihrer Gegnerinnen im Tableau gefährlich werden: Bis zum Finale gewann sie stets einstellig – gegen Anna Poltz (Ungarn) und Olivia Wohlgemuth (Österreich) jeweils mit 15:6, Im Viertelfinale gegen die Britin Carolina Stutchbury mit 15:9 und im Halbfinale gegen ihre Tokio-Gegnerin Alice Volpi (Italien) ebenfalls mit 15:9. Im Finale gegen die zweifache Europameisterin Arianna Errigo aus Italien konnte sie nach einem 0:3 Rückstand konzentriert das Blatt drehen, Errigo musste zur Mitte des Gefechts einem wachsenden Rückstand hinterher jagen. Mit 15:11 kann sich die Schülerin von Bundestrainer Giovanni Bortolaso dann nervenstark und völlig verdient gegen ihre 34-jährige erfahrene Kontrahentin durchsetzen und holt historisches EM-Gold für Deutschland.

„Leonie war von Beginn an extrem fokussiert. Klaren Siegen in der Vorrunde folgten souveräne Gefechte in der Direktausscheidung. Ohne Niederlage, mit eindeutigen Siegen gewinnt sie heute Gold! Das hat sie so verdient!“ freut sich DFB-Sportdirektor Sven Ressel.

Teamkollegin Anne Sauer konnte sich ebenfalls ungefährdet bis ins Viertelfinale kämpfen und auf ihrem Weg dorthin Dauerkontrahentin Pauline Ranvier (Frankreich) ausschalten. Erst Volpi bremste Sauer vorzeitig aus – damit EM-Platz fünf für die 31jährige Sportsoldatin. „Auch Anne war klasse drauf. Leider traf sie im Viertelfinale auf die Weltranglistenzweite und verlor knapp, mit EM-Platz 5 jedoch eine tolle Finalplatzierung!“, meint auch Ressel zu diesem starken Gesamtergebnis.

Kim Kirschen gelang eine starke Vorrunde mit guter Ausgangsposition, sie verlor jedoch ihr KO gegen die Polin Julia Walczyk und wurde am Ende 17. Leandra Behr zeigte sich nervös und konnte sich in ihrer Vorrunde nicht behaupten – Platz 49 für sie im Gesamtklassement.

Herrensäbel

Die Säbelherren um Matyas Szabo blieben im Einzel ohne Medaille. Szabo, der mit der besten Vorrunde aufwarten konnte, gelang zunächst ein überlegener 15:5-Sieg gegen Piotr Szczepanik (Polen). Im Tableau der letzten 16 traf er auf den späteren Europameister Sandro Bazadze aus Georgien, dem er in einem engen Match knapp mit 13:15 unterlag und am Ende Platz 9 belegte.

Frederic Kindler, der erst Michele Gallo (Italien) mit 15:7 dominieren konnte, musste sich im Anschluss einem überraschend starken Csanad Gemesi (Ungarn) mit 5:15 geschlagen geben und wurde am Ende 10. Für die Teamkollegen Raoul Bonah und Lorenz Kempf wurden es die Plätze 20 und 37. Das Quartett von Bundestrainer Vilmos Szabo kann am Montag noch einmal im Team-Wettbewerb einen erneuten Medaillen-Versuch starten. Auch der Sportdirektor hatte sich mehr für die Säbelherren gewünscht: „Schade im Säbel. Nach einer Top-Vorrunde und an Nummer Eins gesetzt verlor Matyas Szabo im Achtelfinale gegen den Weltrangslistendritten äußerst knapp – jetzt muss die gemeinsame Anstrengung auf dem Team-Wettbewerb liegen.“

Am Samstag starten die Einzel-Wettbewerbe im Damendegen und Herrenflorett.

Ergebnisse Damenflorett Einzel:

Platz 1: Leonie Ebert (Werbach)

Platz 2: Arianna Errigo (Italien)

Platz 3: Ysaora Thibus (Frankreich) und Alice Volpi (Italien)

Platz 5: Anne Sauer (Werbach)

Platz 17: Kim Kirschen (Berlin)

Platz 49: Leandra Behr (Tauberbischofsheim)

 

Ergebnisse Herrensäbel Einzel:

Platz 1: Sandro Bazadze (Georgien)

Platz 2: Luca Curatoli (Italien)

Platz 3: Bolade Apithy (Frankreich) und Elliot Bibi (Frankreich)

Platz 9: Matyas Szabo (Dormagen)

Platz 10: Frederic Kindler (Eislingen)

Platz 20: Raoul Bonah (Dormagen)

Platz 37: Lorenz Kempf (Dormagen)