Mannschafts-WM: Herrendegen-Team verfehlt Ziel


Das deutsche Herrendegen-Team hat bei der Mannschafts-WM in Kiew (Ukraine) sein Ziel, eine Platzierung unter den Top Acht zu erreichen, verfehlt.

Jörg Fiedler (Leipzig), Martin Schmitt (Tauberbischofsheim), Stephan Rein und Constantin Böhm (beide Heidenheim) unterlagen bereits im Achtelfinale der Vertretung Venezuelas 31:45. „Die Jungs haben hoch motiviert begonnen. Anfangs konnten sie einen Vorsprung erarbeiten, dann ist jedoch Venezuela in Führung gegangen. Die haben sich diese Führung nicht mehr nehmen lassen“, umschreibt Sportdirektor Manfred Kaspar nochmals die Situation.

Im ersten Platzierungsgefecht unterlag das Quartett Estland 39:45, siegte anschließend gegen Kasachstan 45:35. Im abschließenden Kampf um den noch möglichen 13-ten Platz verlor das Team von Bundestrainer Didier Ollagnon gegen Kirgisistan 37:45. „Ich bin natürlich enttäuscht und unzufrieden“, äußerte sich anschließend Ollagnon mit knappen Worten. „Aber wir werden weiter arbeiten. Das Niveau war hier sehr hoch, dass sieht man nicht zuletzt daran, dass die USA den Weltmeister geschlagen haben. Wir müssen mit Blick auf 2016 gerade mit unseren jungen Kadern sehr viel arbeiten, damit wir nicht den Anschluss verlieren“, ergänzt er.

Ollagnon nahm nach dem ersten Kampf gegen Venezuela Europameister Jörg Fiedler aus dem Rennen. „Jörg war müde, so dass ich ihn schonen wollte. Für ihn war die gesamte Olympiaqualifikation sehr anstrengend. De facto kam er aus einer Erholungsphase, hat sich hier dennoch in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er ist zudem insgesamt wichtig für das Team“, so der Bundestrainer in der Einzelkritik. „Martin hat heute seine Leistung gebracht, die jungen Fechter im Team, Stephan und Constantin, habe ich eben mit Blick auf 2016 in die Mannschaft genommen. Für sie gilt es, weiter konsequent zu arbeiten. Sie haben hier wichtige Erfahrungen gesammelt und sich sehr gemüht“ fügt er abschließend hinzu.

Sportdirektor Manfred Kaspar fasst zusammen: „Ich bin nicht von der Mannschaft, sondern vielmehr für die Mannschaft enttäuscht. Klar hatten wir uns etwas mehr erhofft. Venezuela hat das heute clever gemacht. Danach war vielleicht auch ein wenig die Luft raus“.

Neuer Weltmeister wurde in Kiew die USA, die durch einen 45:37-Sieg Frankreich, Titelträger des Vorjahres, ablöste. Rang drei sicherte sich Ungarn durch ein 45:37 gegen Italien.

Bereits in einer Woche stehen die deutschen Degenfechter wieder auf der Planche. Dann geht es in Tauberbischofsheim um den nationalen Titel, bevor nur eine Woche später Heidenheim Schauplatz des Weltcups um den „Heidenheimer Pokal“ ist.

Platzierungen: 1. USA, 2. Frankreich, 3. Ungarn, 4. Italien, 5. Schweiz, 6. Russland, 7. Venezuela, 8. Polen, 14. Deutschland