U23-EM: Herrenflorett-Team holt Silber


Silber für das Herrenflorett-Team, Säbeldamen mit Platz vier

Am letzten Tag der U23-EM in Tallinn standen die Team-Wettbewerbe im Herrendegen, Damensäbel und Herrenflorett an. Das Team von Bundestrainer Nachwuchs Richard Junghanns konnte sich im Herrenflorett-Teamwettbewerb den Tag versilbern.

Die Florettherren mit U23 Einzel-Silber-Gewinner Nils Alexander Fabinger (Moers), Olympionike Luis Klein (Tauberbischofsheim) und den starken Weinheimern Moritz Renner und Laurenz Rieger haben lange auf diesen Tag gewartet. So oft schon waren sie in letzter Zeit vorbei geschrammt, jetzt sollte endlich die langersehnte Medaille her. Doch der Weg dahin war steinig: Zu Beginn konnte das Quartett zwar einen überlegenen Sieg gegen das Team aus Schweden einfahren (45:18), trafen dann aber im Halbfinale auf die polnische Mannschaft mit Mateusz Kozak, Maciej Bem und Jan Jurkiewicz. Nach einem engen ersten Drittel konnten sich die Deutschen im zweiten Drittel zwischenzeitlich mit sieben Treffern absetzen. Die Polen sollte man aber nie unterschätzen: sie konnten sich bis zum letzten Gefecht auf vier Punkte herankämpfen und dann begann die Nervenschlacht beim Stand von 35:31: Schlussfechter Luis Klein traf auf Jurkiewicz, der alles in die Waagschale warf und zum Ende hin wild nach vorn stürmte, sogar zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf. Der letzte Treffer durch Klein entschied das Gefecht und erlöste das Team, dass mit 44:43 verdient ins EM-Finale einzog. Der Gegner dort hieß Frankreich und lief in der Formation Bibard, Spichiger und Europameister Savin auf. Die Franzosen konnten zu Beginn die DFB-Jungs überrumpeln, sodass nach dem ersten Drittel ein Zehn-Punkte-Vorsprung gelungen war. Diesem musste das deutsche Team stets hinterher laufen, ein Kraftakt, der nicht ganz gelang: Mit 30:45 holen Fabinger, Klein, Renner und Rieger am Ende eine großartige und lang ersehnte Silbermedaille als Team.

Das Damensäbel-Team mit U23-Europameisterin Larissa Eifler (Dormagen) und ihren starken Mitstreiterinnen Julika Funke, Elisabeth Gette (beide Künzelsau) und Felice Herbon (Dormagen) startete derweil mit einem starken Sieg ins Team-Turnier: Gegen die Mannschaft aus der Ukraine konnten sie im Viertelfinale einen beachtlichen 45:25-Sieg einfahren und ins Halbfinale einziehen. Gegen die Spanierinnen sah es dann lange Zeit sehr gut aus: Bis zum letzten Gefecht konnte sich das DFB-Team einen 5-Punkte-Vorsprung erarbeiten. Im Schlussgefecht von Julika Funke gegen Elena Hernandez Munoz drehte die Spanierin dann aber völlig überraschend das Gefecht und die deutschen Säbeldamen mussten mit 42:45 ins kleine Finale. Um Bronze ging es dann gegen Frankreich, diesmal gegen die Equipe aus Girardin, Poupinet, Clapier und Suzanne. Nach gutem Start der Deutschen mit stark herausgearbeitetem Vorsprung konnten sich die Französinnen zum Ende hin wieder auf Augenhöhe herankämpfen – Diesmal übernahm Larissa Eifler das letzte Gefecht beim Stand von 39:40 gegen Girardin. Doch das letzte Quäntchen Glück blieb aus, das DFB-Team unterlag erneut mit knappem 42:45 und muss sich mit EM-Platz vier zufriedengeben.

Die Degenherren mit Paul Veltrup (Krefeld) und den Leverkusenern Fabio Murru, Tobias Weckerle und Louis Bongard hatten einen schlechten Start erwischt: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Österreich mit 39:45 war leider die Chance, ganz oben mitzuspielen, dahin. In den Platzierungsgefechten gelangen danach Siege gegen Lettland und Spanien, im Kampf um Platz 9 mussten sie sich den Tschechen abschließend mit 36:45 geschlagen geben.

Insgesamt erzielten die deutschen Athletinnen und Athleten bei der U23-EM sieben Medaillen (1x Gold, 5x Silber, 1x Bronze). Damit ist Deutschland zweiterfolgreichste Nation hinter Frankreich mit 12 Medaillen.