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WM Tag 4: Ndolo krönt sich zur Vizeweltmeisterin von Kairo


Alexandra Ndolo unterliegt erst im Sudden Death des Finalgefechtes und sichert sich nach einem grandiosen Tag die Silbermedaille. Das Team des Deutschen-Fechter-Bunds feiert zum Auftakt der Weltmeisterschaften 2022 in Kairo die erste Einzelmedaille seit 2017.

Alexandra Ndolo startet zunächst mit einem souveränen 15:9 Sieg gegen die Schwedin Alvira Martensson in den Tag und entwickelte sich danach zum Schreck der koreanischen Delegation. Erst besiegt sie Young Mi Kang mit 15:11 und im Anschluss die Weltranglistenerste Injeong Choi mit 15:9. Im folgenden Kampf um die Medaille wartet die Chinesin Siha Yu auf die Deutsche. Hier entwickelt sich ein spannendes Gefecht, welches die Chinesin kurz vor Ablauf der regulären Gefechtszeit zum 13:13 ausgleicht. In der Verlängerung beweist Alexandra Ndolo ihre Klasse und setzt mit einem beherzten Angriff den entscheidenden Siegestreffer zum Endstand von 14:13. Mit sicherer Medaille im Rücken trifft Ndolo auf Rosella Fiamingo, die italienische Weltmeisterin von 2014 und 2015 sowie Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in Rio.

Doch auch sie hat heute gegen die stark fechtende Deutsche keine Chance. Mit einem 15:10-Sieg zieht sie ins Finale ein. Kontrahentin im Finale war die Koreanerin Sera Song. Das Gefecht gestaltet sich eng und keine Fechterin konnte es in der regulären Gefechtszeit für sich entscheiden. Im Sudden Death reicht es dieses Mal jedoch nicht für den entscheidenden Treffer, und die deutsche Fechterin unterliegt 11 Sekunden vor Ablauf der Zeit. Am Ende des Tages steht für Ndolo dennoch die Freude über ihre erste Medaille auf einer Weltmeisterschaft.

Ihre Teamkollegin Alexandra Ehler verliert ihr Auftaktgefecht im 64er K.O. gegen die Estin Erika Kirpu mit 10:15 und belegt in der Endabrechnung den Platz 55.

Das Herrensäbelquartett kann die gute Ausgangsposition nicht in eine Medaille ummünzen. Raoul Bonah unterliegt bereits im 64er dem Kasachen Artyom Sarkissyan überraschend deutlich mit 5:15. Frederic Kindler unterliegt ebenfalls in der gleichen Runde dem Weltranglisten Dritten Sandro Bazadze aus Georgien mit 8:15. Durch das Ausscheiden von Lorenz Kempf, der in seinem Gefecht gegen den Kanadier Shaul Gordon mit 12:15 das Nachsehen hat, lag die Hoffnung des deutschen Teams auf Matyas Szabo. Nach einem ungefährdeten Sieg gegen den Franzosen Sebastien Patrice mit 15:11 wartet im 32er der Japaner Kento Hoshino. Auch hier behält Matyas die Nerven und siegt überlegen mit 15:9. Danach wartet im 16er der Weltranglistenvierte und Weltmeister aus Budapest Sang-uk Oh. In einem spannenden Kampf hatte Szabo zum Schluss leider das Nachsehen und unterliegt mit 12:15. In der Endabrechnung belegt Matyas Szabo den 11. Platz. Seine Teamkollegen Raoul Bonah und Lorenz Kempf teilen sich den 37. Platz. Frederic Kindler belegt beim Sieg des Ungarn Aron Szylagyi den 62. Platz.

„Alexandra hat heute phänomenal gefochten, und wir sind stolz auf das, was sie hier heute geleistet hat. Auch Matyas hat seine gute Platzierung in der Weltrangliste bestätigt. Die anderen Jungs müssen ihr ernüchterndes Ergebnis nun in Motivation für den Mannschaftswettkampf umwandeln.“, fasst Delegationsleiter Alexander Böhm die Ergebnisse zusammen.

„Die Silbermedaille von Alexandra ist ein hervorragender Start in die Endkämpfe und motiviert unsere Equipe für die morgen anstehenden Entscheidungen im Damenflorett und Herrendegen zusätzlich. Insgesamt ist ihre Medaille eine verdiente Belohnung für ihre harte Arbeit und gebührt auch dem Bundestrainers Dominik Csobo.“, bringt Delegationsleiterin und Vizepräsidentin Sport Réka Szabo es auf den Punkt.