Mentale Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Wohlbefindens und spielt auch im Fechtsport eine zentrale Rolle. Leistungsdruck, Erwartungen, Verletzungen, Wettkampfsituationen oder die Vereinbarkeit von Sport, Schule, Ausbildung und Privatleben können junge Sportler*innen vor Herausforderungen stellen. Dabei betrifft mentale Gesundheit nicht nur den Leistungs- und Spitzensport, sondern alle Menschen im Fechtsport, unabhängig von Alter, Leistungsniveau oder sportlichen Zielen.
Um auf die Bedeutung mentaler Gesundheit aufmerksam zu machen und einen offenen Umgang mit dem Thema zu fördern, beteiligt sich die Deutsche Fechtsportjugend (dfj) vom 10. bis 20. Oktober an der bundesweiten Woche der Seelischen Gesundheit. Auftakt ist der Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Die von der dfj entwickelte Kampagne wird dabei auch vom Deutschen Fechter-Bund (DFB) unterstützt und mitgetragen.
Mentale Gesundheit braucht Aufmerksamkeit
Seit 1992 macht der Welttag der psychischen Gesundheit jährlich auf die Bedeutung psychischer Gesundheit aufmerksam. Auch im Sport gewinnt das Thema zunehmend an Aufmerksamkeit. Denn mentale Gesundheit bedeutet nicht, immer leistungsfähig, motiviert oder belastbar sein zu müssen.
Ob im Training, bei Wettkämpfen oder im Vereinsalltag: Neben Erfolgen und schönen Momenten gehören auch Zweifel, Niederlagen, Druck und persönliche Herausforderungen zum Sport. Ein bewusster Umgang mit der eigenen mentalen Gesundheit kann dabei helfen, Belastungen zu erkennen, Grenzen wahrzunehmen und rechtzeitig Unterstützung anzunehmen. Dafür braucht es ein Umfeld, in dem offen über mentale Gesundheit gesprochen werden kann, ohne Angst vor Stigmatisierung oder dem Gefühl, nicht „stark genug“ zu sein.
Unterschiedliche Perspektiven, ein gemeinsames Anliegen
Im Rahmen unserer Social-Media-Kampagne kommen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Fechtsports zu Wort. Unsere Athlet*innen aus dem Nationalteam teilen persönliche Erfahrungen und Gedanken rund um mentale Gesundheit im Leistungssport. Sie geben Einblicke in ihren sportlichen Alltag und zeigen, dass auch erfolgreiche Sportler*innen mit Druck, Erwartungen und persönlichen Herausforderungen umgehen müssen.
Ergänzt werden diese Einblicke durch Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen, darunter die Sportpsychologie und Achtsamkeit. Mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen beleuchten sie unterschiedliche Aspekte mentaler Gesundheit und geben Impulse für einen gesunden Umgang mit Belastungen im Sport.
Eine besondere Rolle spielen unsere Juniorbotschafter*innen für mentale Gesundheit, mit denen die Kampagne gemeinsam entstanden ist. Sie bringen die Perspektive junger Menschen ein und setzen sich dafür ein, dass mentale Gesundheit im Fechtsport stärker thematisiert wird. Gleichzeitig zeigen sie, wie wichtig es ist, junge Menschen nicht nur anzusprechen, sondern sie aktiv an der Entwicklung von Angeboten und Maßnahmen zu beteiligen.
Mentale Gesundheit ist mehr als mentale Stärke
Gerade im Leistungssport wird häufig von „mentaler Stärke“ gesprochen. Doch mentale Gesundheit umfasst weit mehr: die eigenen Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen, sich Pausen zu erlauben, mit schwierigen Situationen umzugehen und bei Bedarf Unterstützung anzunehmen. Das gilt für Nachwuchs- und Spitzenathlet*innen genauso wie für Menschen, die Fechten als Hobby betreiben. Denn auch im Breitensport können Leistungsdruck, Vergleiche mit anderen, persönliche Erwartungen oder Herausforderungen außerhalb des Sports eine Rolle spielen.
Besonders für junge Menschen ist es wichtig, frühzeitig einen gesunden Umgang mit solchen Belastungen zu entwickeln. Dabei müssen sie nicht jede Herausforderung allein bewältigen. Trainer*innen, Vereinsverantwortliche, Familie, Freund*innen und andere Bezugspersonen können einen wichtigen Beitrag leisten.
Mit unserer Kampagne möchten wir deshalb auch dazu ermutigen, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wie geht es mir gerade? Was belastet mich? Was gibt mir Kraft? Und wo kann ich Unterstützung finden?
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Mentale Gesundheit sollte nicht erst dann zum Thema werden, wenn bereits eine Krise entstanden ist. Prävention, Sensibilisierung und ein offener Austausch können dazu beitragen, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und ein unterstützendes Umfeld im Sport zu schaffen.
Als Deutsche Fechtsportjugend möchten wir unseren Teil dazu beitragen. Mit Projekten wie „Das innere Gefecht“, unserem Team der Juniorbotschafter*innen und unseren OnGarde Online-Workshops schaffen wir Möglichkeiten, sich mit mentaler Gesundheit auseinanderzusetzen, Wissen zu vermitteln und Erfahrungen auszutauschen.
Dabei ist uns wichtig: Jede Person erlebt Belastungen und Herausforderungen anders. Es gibt nicht den einen richtigen Umgang mit Stress oder Leistungsdruck. Umso wertvoller ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und voneinander zu lernen.
Wir laden euch zum Austausch ein
Mit unserer Kampagne möchten wir Denkanstöße geben, Wissen vermitteln und vor allem eines fördern: einen offenen und selbstverständlichen Umgang mit mentaler Gesundheit im Fechtsport.
Ein großes Dankeschön gilt unseren Stars, Expert*innen und insbesondere unseren Juniorbotschafter*innen, die diese Kampagne mitgestaltet haben und gemeinsam mit uns auf das Thema aufmerksam machen.
Begleitet unsere Kampagne vom 10. bis 20. Oktober auf Instagram, entdeckt unterschiedliche Perspektiven und kommt miteinander ins Gespräch.
Weitere Informationen findet ihr hier: mentale Gesundheit